Silvester im Frühjahr 2026

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Werte Leser, …


da habe ich mich gerade über das sinnlose Rumgeballer zu Silvester ausgelassen, und dann – obwohl dieser Tag der großen Knallerei längst vorbei ist, denn mittlerweile sprießen die Krokusse und man denkt, es ist alles in Ordnung, auch wenn schon längst nicht alles in Ordnung ist – dann das!

Da fliegen sie nun wieder, die ganzen Raketen und Drohnen im Nahen und Mittleren Osten, wobei gerade die Dinger, die da jetzt fliegen, nichts mit den Silvesterraketenchen zu tun haben, die bei uns am 31. Dezember geflogen sind.
Allerdings sind die ganzen Flugrichtungen noch ein bisschen unübersichtlich, …. faktisch orientiert man sich zurzeit am besten erst einmal am Rauch, und wenn ich Rauch sage, dann meine ich nicht den Rauch, der beim Abschuss einer Rakete entsteht, ich meine den Rauch, der dann noch deutlicher nach dem Einschlag aufsteigt.

Ich selbst habe übrigens schon vor einer Woche damit gerechnet, dass dieses Feuerwerk losgeht, und habe im - familiären Verteidigungsrat - den Befehl ausgegeben: „Tank voll!“, … das wiederum sollte bewirken, dass jede längere Fahrt mit der eigenen motorisierten Kutsche sofort zum Ende der jeweiligen Fahrt zum zwanghaften Nachtanken führt.

Und Befehl ist nun mal Befehl!

Selbst gestern, nachdem wir noch einen kurzen Ausflug in die alte Heimat nach Harrislee gemacht haben, selbst da habe ich noch einmal 24,73 € investiert, um diesen gegebenen Befehl selbst einzuhalten, sodass der Tank gar nicht erst die Chance hat, halb leer zu sein, … er ist jetzt eher immer ganz voll.

Was übrigens noch ganz interessant sein könnte für Sie – und ich glaube, ich habe selbst noch nie drüber geschrieben, oder aber ich habe es tatsächlich vergessen –: Als wir gestern in Harrislee waren, da waren wir ja auch wieder in der alten Heimat.

Denn da haben Christina und ich bis zum Jahr 2013 gewohnt, und zwar im Ostlandring, hinten in der Kurve, da, wo der große Strommast steht – genau da haben wir tatsächlich mal gewohnt.

Selbst an meine erste Fahrt zu diesem Haus kann ich mich noch sehr gut erinnern, …. 
 Mafia-Mama fuhr damals in Ihrem BMW Z3 Coupe vorweg und verschwand in einer tiefer liegenden Garage direkt neben einem riesigen Haus, während ich eher zaghaft meinen grünen Saab 9000 mit einem alten Morsø 1126 im Kofferraum halb schräg in der Auffahrt parkte und mich zu diesem Zeitpunkt nur zwei Fragen beschäftigten: Zum einen, wie kann man hier in unmittelbarer Nähe zu diesen Strommasten nur ein Haus kaufen, und zum anderen, wie komme ich hier mit einem schweren Kaminofen im Kofferraum bei einem Gefälle von 12 % nur jemals wieder rückwärts raus?!

Nur so viel, mein schwedischer Gefährte aus Trollhättan schaffte es dann problemlos, dank Rückwärtsgang und guten Reifen und zu diesem Zeitpunkt eisfreien Untergrund.

Aber vor meiner rückwärtig ausgerichteten Abfahrt stand erst einmal die Besichtigung meines zukünftigen Wohnhauses mit dem großzügigen Platzangebot und noch zu beschaffenden morsø 3640 auf dem Programm.
Das war alles am 3. Oktober 2005 um circa 17:10 Uhr und entwickelte sich zu einem meiner entscheidendsten Hausbesuche überhaupt, denn gegen 17:30 Uhr lernte ich dann noch die Besitzerin des Hauses kennen, also die Tochter von Mafia-Mama, und von da an wurde meine Lebensgeschichte neu verfilmt.

Es hängen also wirklich viele Erinnerungen an diesem Ort, an dieser Straße.
Viele Dinge, die in den Jahren dort prägend stattfanden, bleiben für mich immer präsent.

Und da, wo ich im Herbst 2005 Bedenken hatte, rückwärts aus einer Garagenauffahrt wieder herauszukommen, da kam ich im Winter 2010 mit einem Volvo V70 und niegelnagelneuen Winterreifen nicht einmal mehr vorwärts heraus – Sachen gibt’s.

Gestern lockte mich allerdings eine alte Zinkwanne und zwei sehr alte Blechdosen erneut in den besagten Ostlandring, und zwar genau zu dem Haus, wo ich acht Jahren zuvor schon einmal einen alten Rimowa-Koffer, einen Reisekoffer aus dem Jahre 1962, gekauft habe, …. 
der wurde damals übrigens exklusiv nur für Offiziere der Bundeswehr hergestellt.

Wenn ich jetzt „nur für Offiziere“ schreibe, dann mussten Sie damals schon ein richtiger Offizier sein, und damit sind dann alle Offiziere ab Korvettenkapitän oder Major gemeint, um in den Genuss einer solchen Allukiste der Premiumklasse zu kommen.

Dieser große Rimowa-Koffer war dann nach dem Erwerb jahrelang mein Einsatzkoffer für meine Feuerwehrausrüstung. Er wurde von mir auf ein Rollengestell montiert, und sobald es einen Alarm gab, konnte ich das Prachtstück unter unserem Treppenaufgang im Flur hervorziehen und mich dann fachgerecht einkleiden.

Jetzt im Hier und Heute, na, da ist dieser Koffer immer noch an der gleichen Stelle, ich habe aber in der Zwischenzeit einen großen Austausch vorgenommen, und er ist gefüllt mit all den Dingen, die man unter Umständen als Erstes dringend brauchen kann, wenn man dann irgendwann umgezogen ist – und damit meine ich, wie könnte es auch anders sein, wiederum Südfrankreich.

Und wie man jetzt hieraus auch sehen kann: Alles ändert sich irgendwann, man hat nicht mehr das Auto von vor zehn Jahren und schon gar nicht das von vor 21 Jahren, man wohnt an einem anderen Ort, und obwohl man diesen Ort als Traumort bezeichnen kann, zieht es einen wieder an einen anderen Ort, natürlich ebenfalls ein Traumort.

Übrigens, das Haus von Christina, das sie im Jahr 2014 an einen sehr stabil wirkenden jungen Mann aus dem Irak verkauft hat, steht nun wieder zum Verkauf, denn der junge Mann ist wohl nach Dubai gezogen, ihm fehlte vielleicht ein wenig arabische Luft und das trockene Wüstenklima.

Dabei sah es im Jahr 2014 für den jungen Mann mit tiefen irakischen Wurzeln so aus, als wolle er hier seinen Lebensmittelpunkt finden, denn nach dem Kauf hat er das komplette Grundstück umgegraben, d. h., auf den 3400 m² mit einer schönen Hanglage und einem ausgeprägten Baumbestand wurde im wahrsten Sinne des Wortes bis zum letzten Grashalm alles niedergemäht.

Unser irakischer Freund hatte wohl ganz andere Vorstellungen von einem schönen Leben in Deutschland, Bäume und Natur im klassischen Sinne zählten definitiv nicht dazu. 

Diese – auch noch aus heutiger Sicht vollkommen sinnlose – Zerstörung von Natur macht mich übrigens heute noch sprachlos!

Als wir damals im Herbst 2014 beim Notar saßen, hatten wir aber auch noch Zeit für ein privates Gespräch.

Dort erfuhren wir dann, dass der Vater unseres jungen Irakers wohl ein nicht ganz unbedeutender General im Irak war, und als der Irakkrieg damals losging, hatte der Vater von M. zwei Alternativen: den Kampf gegen das amerikanische Militär oder den Bruch mit dem herzensguten Saddam Hussein und die freundliche Entgegennahme eines Koffers voller US-Dollar inklusive der Möglichkeit für ihn und seine Familie, in den Westen auszureisen, … 
das alles wurde übrigens durch den CIA erst möglich gemacht.
 
Das Ergebnis aus dieser Überlegung: Christina bekam ihr Haus bezahlt, und der besagte junge Iraker konnte nach Herzenslust in Deutschland Bäume fällen und sein neues Haus von links auf rechts drehen, das mit dem Haus hat er wirklich mehr als ordentlich gemacht!
 
Und falls das hier vielleicht sogar noch von einem der Damen oder Herren von der CIA gelesen wird, wir möchten uns auf diesem Wege auch noch einmal recht herzlich für das Geld bedanken!
 
Dennoch haben wir es uns gestern natürlich nicht nehmen lassen, noch einmal den besagten Ostlandring entlangzufahren und die spürbare Frische vieler renovierter Häuser sowie die ebenfalls gut sichtbare Belebtheit in der Straße noch einmal wahrzunehmen.

Und aus der ehemaligen bescheidenen kleinen Hütte, so wie Christina sie damals gekauft hatte, mit ihren 500 m² Wohnfläche, ist nun mittlerweile ein kleiner - großer Palast geworden – wirklich schön anzusehen, einzig und allein dieser riesige Strommast …

Sie können sich davon übrigens selbst ein Bild machen, drehen Sie doch einfach mal an einem schönen Samstagnachmittag oder einem freundlichen Sonntagvormittag eine Runde in Harrislee im Ostlandring, den Strommast werden Sie schon von Weitem sehen, und das daneben liegende grundsanierte Haus, der kleine - große Palast wird Ihnen sicher genauso schnell ins Auge fallen.

Jetzt muss ich tatsächlich noch einmal überlegen, wie wir überhaupt hier gelandet sind, damit meine ich: Wie kamen wir noch gleich auf das Thema Ostlandring? 
 
Ach ja, es ging um unsere Ausflugsfahrt am Sonntag und das anschließende Tanken, ausgelöst durch den Raketenzauber im Nahen Osten.

Da können wir ja noch mal kurz einsteigen, denn heute Morgen an diesem Montagvormittag, dem 2. März, stauen sich die Meldungen aus allen erdenklichen Quellen, so wurde gerade erst gemeldet, dass wohl die amerikanische Botschaft in Kuwait getroffen wurde und dass mehrere amerikanische Kampfjets, wohl vom Typ F-15 oder F-18, in Kuwait vom Himmel fielen.

Und wenn man dann irgendwann nach einer Schreibpause die neuesten Nachrichten konsumiert, stellt man fest, dass diese besagten Kampfjets wohl von der kuwaitischen Luftwaffe abgeschossen wurden, das ist dann wohl das berühmte Friendly Fire – auch bestimmt sehr schön und sehr wirkungsvoll, aber doch irgendwie unpassend!

Sehr erschütternd sind dann aber die Berichte von den armen Menschen, die jetzt in den Golfstaaten festsitzen, gerade zum Beispiel in Dubai, wo es doch so schön ist und das Leben für die Reichen und noch reicheren Reichen eigentlich nicht schöner sein kann.

Die folgenden Zeilen stammen übrigens aus einer KI-generierten Antwort auf die einfache Einstellung von zwei Worten – Dubai Menschenrechte –:
„Die Menschenrechtslage in Dubai (VAE) ist durch Einschränkungen der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit geprägt. Kritiker, Oppositionelle und Aktivisten riskieren Verfolgung, und es gibt Berichte über unfaire Prozesse sowie unmenschliche Haftbedingungen. Trotz Fortschritten bei der Frauenemanzipation sind Homosexualität strafbar und Arbeitsmigranten oft von Ausbeutung betroffen.“

Und das, obwohl sich doch gerade die Frau vom Obergeiss, also Carmen Geiss, die nette und hübsch zurechtoperierte Dame der Familie – die Geissens – so positiv über Dubai geäußert hat!

Aber egal, von welcher Seite man nun anfängt, Dubai zu beleuchten: Mich persönlich hat dieses Land noch nie gereizt, das hat etwas mit der grundlegenden Darstellung und der Infrastruktur zu tun, da würde ich mich schlicht und ergreifend nicht mal für 14 Tage wohlfühlen.

Und die armen Menschen, oftmals Touristen, die doch gar nichts dafür können, dass sie jetzt in dieser Region gelandet sind, sitzen mit den sonstigen Dauerbewohnern in der Region wohl gerade – circa 30.000 Deutsche – im besagten Nahen Osten irgendwie fest.
 
… die doch gar nichts dafür können, dass sie jetzt in dieser Region gelandet sind

Was soll man dazu noch sagen? 
 
Schreiben fällt auch ein bisschen schwer, aber lassen Sie es mich vielleicht einmal so ausdrücken: Der Mensch ist in der Lage, Vernunftsentscheidungen zu fällen, und unter der Prämisse, dass die Amerikaner eine riesige Kriegsflotte in der Region ganz offensichtlich haben auffahren lassen, hätte man …

Ja, hätte man wahrscheinlich schon – aber es ging ja auch in dem vorangegangenen Satz um die Vorgabe, dass der Mensch in der Lage ist, Vernunftsentscheidungen zu fällen!
 
Das trifft eben nicht auf alle Exemplare des Homosapiens zu und ein paar dieser Prachtexemplare mit der eingeschränkten Voraussicht, die sitzen jetzt in der Region fest.

Da fand ich unsere Entscheidung, am Sonntag nach Harrislee in den Ostlandring zu fahren, wesentlich vernünftiger als die Aussicht, sich von irgendwelchen iranischen Raketen und Drohnen beschießen zu lassen.

Aber wir werden mal schauen, wie es jetzt weitergeht. 
 
Die Aussichten für einen Standort wie Dubai haben sich durch die Ereignisse der letzten Tage nicht wirklich verbessert und welcher vernunftbegabte Mensch wird in Zukunft noch ins Pulverfass Naher Osten seinen Wohnsitz verlegen wollen?
 
Bestimmt der ein oder andere, denn ein einfacher Krieg über ein paar Wochen schreckt bestimmt noch nicht alle ab!

Und die glücklichen Geissens, die natürlich sowieso, wobei die wohnen da ja schon!

So, jetzt zum Schluss noch eine letzte Meldung, die ich gerne im Original weitergeben möchte, von dem großen russischen Menschenfreund Wladimir Wladimirowitsch Putin, …

denn der äußerte sich zur Tötung von Chamenei wie folgt; Putin im Telegramm über das Attentat: „das in zynischer Verletzung aller Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts begangen wurde.“
 
Was soll man dazu bloß sagen?
 
Und wir hier in Europa sitzen weiter mit großen Kulleraugen vor dem Bildschirm und schauen uns Rauchschwaden an und können uns nur fragen, ob das alles noch normal ist.

Die nächste Kolumne erscheint, wenn die Zeit dazu gekommen ist – 
und wenn sie fertig ist.

Bleiben Sie bis dahin gedankenstark.