Vom Bethlehem-Stall bis hin zum Spaghettimonster

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Werte Leser, …

Jetzt, zur schönen Weihnachtszeit 2025, nach all der verlebten Lebenszeit der letzten vielen Jahrzehnte, kann man ja auch einmal eine Wegstrecke wählen, eine Wegstrecke, wo man garantiert weiß, dass dort auch das ein oder andere Minenfeld ist.

Man sollte dann bei dieser exklusiven Weg-Wahl nur aufpassen, dass man nicht auf diese kleinen Knöpfe tritt, die ansonsten einen Zündmechanismus auslösen und das nähere Umfeld mit tödlicher Sicherheit einmal voll umkrempeln.

Das Minenfeld, das ich jetzt hier – voraufklärend – benennen möchte, ist ein Minenfeld, das sich in den letzten 35 Jahren immer klarer, immer sichtbarer vor meinem geistigen Auge aufgebaut hat und wo ich mittlerweile bei mir selber merke, das geht so nicht mehr weiter.

… denn
das, was mir der Pastor Budde damals zu meiner Konfirmanden-Zeit schon so alles Sinnfreies beigebracht hat, hatte sich bei mir schon in jungen Jahren zu einem Verständnisbild geformt, wo ich nicht nur gedacht habe, ich muss hier raus, nein, ich habe das im zarten Alter von 20 Jahren auch umgesetzt und habe bei der Kirche meine Kündigung eingereicht.

Der Grund dafür war nicht nur die Ersparnis der Kirchensteuer.

Denn die Geschichte unserer christlichen Kirche war eine Geschichte, die mit großer Zuverlässigkeit nicht nur Angst und Schrecken verbreitete, sondern letztendlich für Millionen von Toten verantwortlich war.

Von den Kreuzzügen über die Inquisition bis zu den Hexenverfolgungen und den konfessionellen Kriegen nach der Reformation zeigt die Geschichte des Christentums weniger den Sieg der Nächstenliebe als die wiederholte Bereitschaft, religiöse Gewissheit mit politischer Macht zu verschränken und dafür Millionen von Menschenleben zu opfern.

Von den Abermillionen Menschen, die als stille Opfer am Wegesrand dieser Geschichte zusätzlich dazu zu zählen sind, weil sie ausgeschlossen oder fachgerecht sanktioniert wurden, wird dabei gar nicht erzählt.

Man braucht sich nur die Geschichten der ach so christlichen Kinderheime anschauen oder die unüberschaubare Zahl sexueller Übergriffe innerhalb der Kirche, genauso wie den Umgang mit Menschen, die nicht mehr in das – reine religiöse Schema – hineinpassten, oder mit jenen, die in Ungnade fielen und aus der Kirche verstoßen wurden, was dann dazu führte, dass man auch in der allgemeinen Gesellschaft oftmals nicht mehr tragbar war, …
alles unter dem Mantel und mit dem Schutz der Kirche.

Und selbstverständlich gibt es auch Menschen, Priester und Menschen im Wirkungskreis der Kirche, die sehr viel Gutes getan haben.

Deshalb, und um uns hier eine gewisse seelische Erleichterung zu verschaffen, möchte ich den Segensspruch – Urbi et orbi – einfügen:
Sancti Apostoli Petrus et Paulus, de quorum potestate et auctoritate confidimus, ipsi intercedant pro nobis ad Dominum.

Zur Vereinfachung die Übersetzung:
Die heiligen Apostel Petrus und Paulus, auf deren Machtfülle und Autorität wir vertrauen, sie mögen beim Herrn für uns Fürsprache halten.

Ein kräftiges Amen gehört natürlich dazu, …
allerdings bleibt das hier wirkungslos, denn um im religiösen Sinne zu wirken, hätte dieser Segensspruch direkt vom Papst kommen müssen, so ist das eben.

Aber egal, was Sie jetzt hier gelesen haben, das mit dem Glauben ist so eine Sache für sich, und die Religionsgemeinschaft zum – fliegenden Spaghettimonster – hat ja auch keine Zulassung erhalten und kann keine Steuereinnahmen generieren, …

eigentlich sehr schade.

Übrigens, die katholische Kirche hat ihre Übertragungsqualität bezüglich des Segens erheblich gesteigert, denn funktionierte der Segen früher nur in unmittelbarer Nähe des Papstes, so kann er nach heutiger Lehre seit 1967 über Radio, seit 1985 über das Fernsehen und seit 1995 auch über das Internet gültig empfangen werden.

Damit bin ich raus, das schafft mein kleiner Geist nicht mehr wirklich umzusetzen, und ich verbleibe mit dem ehrlichen Wunsch, dass jeder mit seiner Religion sehr glücklich werde.

Ich selbst war übrigens die letzten 38 Jahre ohne eine Religion auch sehr glücklich!
 

Die nächste Kolumne erscheint, wenn die Zeit dazu gekommen ist, …

und wenn sie fertig ist.

Bleiben Sie bis dahin gedankenstark ...