Tante Käthe und der Kopfball
| ca. 5 Minuten LesedauerWerte Leser, …
Es gibt ja in Deutschland ein paar Institutionen, an denen kommt man nicht vorbei, …
weil sie nun mal irgendwann einen Platz in unserer Gesellschaft eingenommen haben, der ihnen nicht mehr genommen werden kann.
Eine von diesen Institutionen ist definitiv unsere „Tante Käthe“ - also unser Rudi -, unser Rudi Völler, dieser anbetungswürdige „Godfather“ des deutschen Fußballs.
In seiner aktiven Zeit war er ja ein Mittelstürmer mit dem richtigen Bums, … übrigens, nicht nur mit seinem rechten Fuß oder seinem Knie, nein, auch das ein oder andere Wundertor ist mit oder durch seinen lockigen Kopf eingenetzt worden!
Und wenn Sie jetzt dieser beginnenden Schiene der Logik folgen wollen, …
so wäre der nächste Schritt der, dass Herr Völler viele Schritte Richtung Tor gemacht hat - und zwar zielgerichtet auch immer Richtung Ball; und dabei „unser Rudi“ so manches Mal eben auch seinen besagten lockigen Kopf für das nächste Tor hingehalten hat.
Nun kurzum, wenn man etwas nutzt und sei’s auch nur mitbenutzt, …
dann können auch schon mal Verschleißerscheinungen die Folge sein und zwar auch gerade dann, wenn eben der besagte Ball auf dem Schädel häufiger mal einschlug, …
Einschlag, Treffer und versenkt und das sowohl als auch!
Wissen Sie, wie schädlich so Kopfbälle sein können, …
die können nämlich laut Wissenschaft mit absoluter Sicherheit sogar schwere Hirnschäden verursachen, …
kein Scherz.
Und jetzt im hohen Alter, im Alter der grauen Locken hat Herr Völler in einem Interview folgendes gesagt:
„Es fehlen mir da auch ein bisschen die deutschen, die deutschen Tugenden, … es fehlt mir einfach, dem Gegner auch einfach mal im richtigen Moment ein bisschen weh zu tun.“
Und genau hier ist die Schnittstelle, denn wenn man früher häufiger mal etwas auf den Kopf bekommen hat und gleichzeitig weiß, dass das Thema mit den Kopfbällen seit geraumer Zeit immer wieder mal diskutiert wird; und es gibt da nicht wenige, die bei diesem Thema ‚Gefahren‘ sehen, dann rundet sich das Bild für mich zumindest ab.
Andererseits bei dem, was da so als Kopfballschaden diskutiert wurde, da können Sie erst einmal beruhigt sein, das waren natürlich keine Fußball-Fachleute und von daher ist deren Meinung auch nicht ganz so wichtig, das waren und sind meistens irgendwelche Akademiker, also Leute, …
die vom Fußball an sich schon mal passé keine bis kaum eine Ahnung haben.
Das sind dann vom Typus her auch eher die Leute, die auch im Winter vor „gelbem Schnee“ warnen, aber im Sommer noch niemals Maracuja- oder Zitroneneis gegessen haben und somit auch nicht wissen, wie gut das schmeckt.
Nun, egal, ob Sie den gelben Schnee nun als Maracuja- oder Zitroneneis bewerten, …
ich möchte Ihnen hier noch einmal - und ich weiß, ich habe das auch schon getan - die deutschen Tugenden, die im Allgemeinen übrigens auch die preußischen Tugenden genannt werden, alle aufzählen.
Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Disziplin, Ehrlichkeit, Fleiß, Gradlinigkeit, Gerechtigkeit, Sinn, Gewissenhaftigkeit, Gottesfurcht, Gründlichkeit, Opferbereitschaft, Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit, Redlichkeit, Sauberkeit, Sparsamkeit, Toleranz, Unbestechlichkeit, Zurückhaltung, Zielstrebigkeit, Zuverlässigkeit.
Das sind zu mindestens die Worte, die Sie heute noch auf der Seite von Wikipedia finden, und um das einmal klarzustellen:
Sie wissen ja, einigen Institutionen sollte man alles glauben, …
oder eben auch manchmal nicht, bei Wikipedia hat man tatsächlich eine der preußischen Tugenden raus gestrichen und zwar die ‚Tapferkeit‘, …
- manchmal auch als ‚Mut‘ beschrieben.
Dabei war gerade der Mut, die Tapferkeit eine der Kern-Tugenden!
Aber „dem Gegner im richtigen Moment mal ein bisschen weh zu tun“, …
das steht tatsächlich nirgendwo bei den deutschen Tugenden oder bei irgendeinem Menschen, der eine Tugend besitzt, auf der Agenda oder im weitläufigen Programm!
Mir ist dabei übrigens schon klar, dass ich mich da gedanklich mit einem Volkshelden anlege, …
ein Mann, der ja so viel für Deutschland getan hat und dem man wohl so einiges verzeiht, beziehungsweise dem man(n) wahrscheinlich noch nicht mal etwas verzeihen muss.
Das ist wie mit Toni Schumacher und seinem grandiosen „dahin-langen“ beim Spiel, …
Deutschland gegen Frankreich 1982, wo er dem Franzosen Battiston mal so richtig gezeigt hat, …
wie die „Völlerischen deutschen Tugenden“ und so ein Fair-Play aus deutscher Sicht aussehen können und dass man sich nicht ungestraft einem deutschen Strafraum nähert!
Ist ja schließlich auch ein „Strafraum“ und dann noch ein deutscher!
Und wenn man sich heute noch einmal die Bilder von dem besagten deutschen Torwart Toni Schumacher ansieht - und ich mache das tatsächlich hin und wieder -, dann ist für mich eins klar, …
der Belichtungsfaktor, der Herrn Schumacher irgendwann einmal hätte erreichen sollen, …
ist wohl nie in gewünschter Intensität bei ihm angekommen.
Nun, „Tante Käthe“, da geht einem doch so richtig das Herz auf, wenn man daran denkt, wie damals noch in „guter deutscher Manier“ auf einen Angriff der feindlichen französischen Fußballer reagiert wurde.
Es ist übrigens eine von den Fußballszenen, die sich mir schon damals tatsächlich in mein Gehirn eingebrannt haben und wo der Kaugummi kauende Nationaltorwart, …
Toni Schumacher mit seinen „deutschen Tugenden“ und mit seiner ausgestrahlten arroganten Art, ohne einen Funken Empathie, bis heute ein hervorstechender Grund ist, „uns Deutsche“ auch mal nicht zu mögen!
Und Sie Herr Völler, …
Ihnen schauen auch hin und wieder Kinder zu und nehmen das vielleicht ernst, was Sie da so von sich geben.
Aber bei aller Kritik, Sie haben auch eine Szene gehabt, die ich auch nicht vergessen kann, …
als Sie 1990 von dem holländischen Spieler Rijkaard angespuckt wurden und später in den Katakomben Ihre verständliche Wut wohl in den Fäusten kanalisierten und damit auch ein Zeichen gesetzt haben …
manches kann ich schon verstehen!
Die nächste Kolumne erscheint in den kommenden Tagen, wenn die Zeit dazu gekommen ist, … und wenn sie fertig ist!
Bleiben Sie bis dahin gedankenstark!
